Mobilität
Symptome gezielt angehen
Bei einer MS-Erkrankung gibt es bestimmte Symptome, die sich negativ auf Ihre Mobilität auswirken. Gehen Sie diese Symptome deshalb ganz gezielt an.
Steifheit (Spastizität)
- Stellen Sie sich ein ausführliches Programm mit Dehnübungen zusammen. Am besten führen Sie die Übungen in sitzender oder liegender Position durch. Die Schwerkraft kann so bei der Dehnung bestimmter Muskelgruppen mithelfen.
- Manche Muskeln entspannen sich besser in Seiten- oder Bauchlage.
- Am einfachsten lässt sich Steifheit durch passives Dehnen verringern. Dabei wird jedes Gelenk langsam in eine Position bewegt, die den spastischen Muskel dehnt.
- Übungen im Wasserbecken sind für MS-Patienten besonders angenehm, weil der Auftrieb den erforderlichen Kraftaufwand erheblich verringert.
- Ihr Physiotherapeut kann Ihnen zusätzliche Dehnübungen für zuhause empfehlen.
- Nutzen Sie auch mechanische Hilfsmittel für die Korrektur bestimmter Spasmustypen, beispielsweise Zehen- oder Fingerspreizer. Sie verringern die Verkrampfung in Füßen und Händen und steigern so die Mobilität.
- Oft wird die Spastizität erfolgreich mit Medikamenten behandelt. Falls sie darunter leiden, fragen Sie Ihren Arzt nach einer entsprechenden medikamentösen Behandlung.
Tremor
Tremor, das Zittern von Armen, Beinen und manchmal auch des Kopfes, tritt oft nur in größeren Abständen auf, zählt aber zu den am schwierigsten zu behandelnden Symptomen. Für die passende Behandlung muss unbedingt eine genaue Diagnose erstellt werden. Es gibt eine Reihe von Behandlungsformen, mit denen sich der Tremor verbessern lässt.
Patterning: Hier werden meist unter Anleitung eines Therapeuten einfache Bewegungsmuster wiederholt, bis diese automatisch ablaufen. Alte Bewegungen, die aufgrund des Tremors nur noch schwer oder gar nicht mehr ausgeführt werden können, sollen auf diese Weise durch neue Bewegungsmuster ersetzt werden.
Mechanische Behandlungsansätze: Hierzu zählt die Ruhigstellung (Immobilisation) einzelner Körperteile z. B. durch starre Orthesen (Stützen für funktionseingeschränkte Körperteile, z. B. Armstützen). Sie fixieren die vom Tremor betroffenen Körperteile und verhindern so ungewollte Bewegungen. Beim "Weighting" wird ein Körperteil zur besseren Steuerung seiner Bewegungen beschwert.
Bezüglich möglicher medikamentöser Therapien des Tremors sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.
Schwindel und Benommenheit
Hierzu zählen leichte Koordinationsstörungen, Doppelbilder oder Kopfschmerzen sowie Ohnmachtsgefühle oder depressive Schwankungen.
Unabhängig davon kommt es bei der Multiplen Sklerose häufig zum "echten" Schwindel, d.h. zu einem Drehgefühl und Gleichgewichtsstörungen, wenn Nerven betroffen sind, die das Gleichgewichtsorgan im Innenohr (vestibuläres System) kontrollieren.
Auch diese Störungen können physiotherapeutisch behandelt werden. Durch die sogenannte vestibuläre (den Gleichgewichtssinn betreffend) Stimulation, z. B. durch Schaukeln, Schwingen oder Drehen, strömen zusätzliche Reize auf das Gehirn ein und veranlassen es zu mehr Arbeit. Gleichzeitig werden durch solche Übungen aber auch die anderen, für das Gleichgewicht wichtigen Komponenten wie Auge, Innenohr usw., stimuliert und trainiert.
Bei Lagerungsschwindel, der durch Änderung der Körperhaltung hervorgerufen wird, kann Ihnen ein Physiotherapeut wirksame Übungen zeigen.
bsmo - Redaktion






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