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Traurigkeit




Depressionen

„Am Anfang war ich sehr deprimiert, aber ich habe einen Ausweg gefunden. Ich habe daran gearbeitet, habe mir ein neues Leben aufgebaut, bin mit meinen Freunden ausgegangen und habe in einem Spendensammlungsprojekt der MS-Gesellschaft mitgearbeitet. Es war großartig, und es hat mir und meinen Freunden und Arbeitskollegen gezeigt, dass ich noch einsatzbereit bin. Meinem Selbstwertgefühl und meinem Selbstvertrauen hat das sehr gut getan." Barry, 47, Belgien

Depressionen sind eine Krankheit, die sich seelisch und körperlich äußert. Hauptsymptom ist ein Gefühl von Kummer und Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Reizbarkeit. Jeder Mensch kennt es, dass er gelegentlich trübsinnig und traurig ist. Wenn dieses Gefühl aber zu lange anhält oder so bestimmend wird, dass es die Arbeitsfähigkeit oder persönliche Beziehungen beeinträchtigt, kann man von Depressionen sprechen. Ein chronisch kranker Mensch kann aufgrund seiner Krankheit durchaus ein Gefühl von Trauer oder tiefer Niedergeschlagenheit entwickeln. Auch die MS selbst kann durch die Schäden am Zentralnervensystem eine Depression verursachen.

Wenn Sie auf die Nachricht, Sie hätten eine chronische Krankheit, deprimiert reagieren, so ist das normal und verständlich. Gerade in solchen Fällen spricht man aber eigentlich nicht von einer Depression, denn die Krankheit ist ein plausibler Grund für die gedrückte Stimmung.

Jeder Mensch ist anders, und auch eine Depression äußert sich bei jedem anders. Sowohl die Schwere der Depression als auch Dauer und Art der Symptome können völlig unterschiedlich sein. Die Symptome, die bei Ihnen besonders gravierend sind, treten bei jemand anderem möglicherweise überhaupt nicht auf. Im Großen und Ganzen gibt es ein erkennbares Krankheitsbild. Entsprechend der Definition für ‚Depression‘ gilt jemand dann als depressiv, wenn mindestens fünf der auf der unten aufgelisteten Symptome vorliegen und mindestens eines von ihnen zu der mit Sternchen gekennzeichneten Gruppe gehört. Alle Symptome sollten seit mindestens zwei Wochen bestanden haben.

Checkliste zur Diagnose von Depressionen:


  • Traurige, trübe, weinerliche oder gereizte Stimmung


  • Kein Interesse an Aktivitäten, die Ihnen normalerweise Freude machen


  • Schlafstörungen oder gesteigertes Schlafbedürfnis


  • Müdigkeit, Antriebsmangel


  • Das Gefühl, verlangsamt zu sein, oder Ruhelosigkeit und die Unmöglichkeit, einen Moment stillzusitzen


  • Veränderungen im Appetit, Gewichtsverlust oder -zunahme


  • Ein Gefühl von Wertlosigkeit; Schuldgefühle


  • Verlorenes Interesse an Partnerkontakt und Sex

  • Konzentrations- oder Denkschwierigkeiten


  • Mangel an Motivation


  • Gedanken an Tod oder Selbstmord



Wenn Sie selbst unter einer Depression leiden, werden Sie sich oft isoliert fühlen und zögern, mit anderen darüber zu sprechen. Vielleicht glauben Sie, ohne fremde Hilfe über diese Phase hinwegzukommen und zögern eine Suche nach Hilfe so lange hinaus, bis die Depression sehr schwer geworden ist. Vergessen Sie aber nicht, dass Depressionen durchaus häufig sind: ca. 25 % der Frauen und ca. 15 % der Männer leiden mindestens einmal im Leben unter einer Depression. Rechtzeitige Hilfe kann viel Leid verhindern, denn Depressionen lassen sich heute gut behandeln. Wenden Sie sich hierfür bitte an Ihren Neurologen oder Hausarzt.



BSMO Redaktion




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