Einführung
Typische Symptome der Multiplen Sklerose
Entzündungsherde können sich im Grunde in sämtlichen Regionen des Zentralen Nervensystems entwickeln. Daher ist die Symptomatik so vielfältig. Dennoch sind einige Beschwerden sehr häufig und auch für bestimmte Erkrankungsphasen typisch.
Die ersten Symptome machen nicht selten nur wenig Probleme. Sie tauchen rasch auf, beeinflussen das allgemeine Wohlbefinden nur wenig und verschwinden nach einer Weile wieder von ganz allein. Daher werden sie von den Betroffenen oft nicht ernst genommen und vergessen.
"Das erste Mal"
Viele Patienten berichten bei ihren ersten Arztbesuchen von komischen Gefühlen". Ihnen sei, als würden Ameisen über die Beine laufen" oder das Gefühl, als würden sie "auf Watte gehen". Mit solchen Kribbel- oder Taubheitsgefühlen in Armen oder Beinen meldet sich die MS bei rund 30 Prozent aller Patienten zum ersten Mal. Auch Sehstörungen gehören zu den Symptomen, über die Betroffene in der frühen Phase klagen. Dabei kann es sein, dass die Sehschärfe eines Auges beeinträchtig ist oder Doppelbilder auftreten.
Bei fast jedem fünften Patienten äußerst sich die Krankheit zunächst durch Gang- und Gleichgewichtsstörungen. Zehn Prozent der Betroffenen werden wiederum mit einem Gefühl der Kraftlosigkeit, häufiger in den Beinen, konfrontiert.
Im weiteren Verlauf
Im Verlauf der Erkrankung kann sich die Symptomatik verändern: Schwäche der Gliedmaßen bis hin zu Lähmungen, sowie Gefühlsbeeinträchtigungen zusätzlich im Gesicht und am Rumpf treten mitunter auf. Diese Wahrnehmungsstörungen werden von den Betroffenen manchmal auch empfunden, als wäre eine Bandage um einen Körperteil angelegt.
Es können Schmerzen in den Gliedmaßen oder im Gesicht hinzukommen. Viele Patienten leiden irgendwann unter dem sogenannten Lhermitte-Zeichen: Damit wird eine unangehme, elektrisierende Missempfindung bezeichnet, die sich über den Rücken, manchmal auch bis in die Arme ausbreitet und durch das Vorbeugen des Kopfes ausgelöst wird.
Mit zunehmender Dauer der Erkrankung kommt es ferner zu vermehrtem Auftreten starker Müdigkeit und Erschöpfbarkeit, sowie zu Blasenproblemen, Schmerzen und sexuellen Störungen. Die Symptome können leider auch kombiniert auftreten.
Häufig laufen die Betroffenen unsicher, zeigen ein schwankendes Gangbild. Dies kann verschiedene Ursachen haben: die Beeinträchtigung des Sehvermögens, Schwäche oder Steifigkeit der Gliedmaßen oder auch Koordinationsstörungen der Beine.
Zu späteren Zeitpunkten
In späteren Stadien gehen die Beschwerden häufig mit dauerhaften Lähmungen verschiedenen Grades einher. Auch das Auftreten von Zittern ist möglich. Dieses Symptom wird Tremor" genannt und kann Arme, Beine und den Kopf betreffen. Feinmotorische Handlungen wie das Einfädeln eines Fadens oder das Schreiben werden erschwert oder unmöglich. Durch Läsionen im Sprechzentrum kann die Sprache mit der Zeit langsamer und undeutlich werden.
Epileptische Anfälle und Beeinträchtigungen des Hörvermögens gehören zu den sehr seltenen Erscheinungen.
Können Symptome Hinweise auf den weiteren Krankheitsverlauf geben?
Das Auftreten bestimmter Symptome kann Hinweise auf die weitere Entwicklung der Krankheit geben. Für einen günstigen Verlauf sprechen z.B. folgende Anzeichen: Ausbruch der Krankheit in relativ jungem Alter, Gefühls- und Sehstörungen als Erstsymptome, vollständige Rückbildung der Beschwerden, großer zeitlicher Abstand zwischen den Schüben. Ist es etwa fünf Jahre nach der Erstdiagnose noch zu keiner Behinderung gekommen sein, so kann dies als prognostisch sehr günstiges Zeichen gewertet werden.
Ein eher ungünstiger Verlauf ist zu erwarten bei Ausbruch der Multiplen Sklerose in höherem Lebensalter. Dasselbe gilt für Lähmungserscheinungen, wenn sie zu Beginn der Erkrankung auftreten. Insbesondere, wenn neben der Kraftminderung Gang- und Gleichgewichtsstörungen bestehen. Ein schlechtes Zeichen sind auch Ausfälle, die sich bereits in einer frühen Krankheitsphase wenig zurückbilden. Schwerwiegende Verläufe deuten sich auch an, wenn zwischen erstem und zweitem Schub nur kurze Zeit vergeht und eine frühe und dauerhafte Kraftminderung eintritt.
Gewähr für die Entwicklung eines positiven oder negativen Verlaufs kann nicht geleistet werden. So kann es auch nach jahrelangem gutartigen Verlauf zu einer einbruchartigen Verschlechterung mit dauerhaften Beeinträchtigungen kommen. Umgekehrt sind in fortgeschrittenen Stadien Stillstand der Krankheit und auch Besserungen möglich.
bsmo Redaktion






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